Reiseprogramm

1. + 2. Tag: Anreise nach Urumqi
Mit Air China fliegen wir von Zürich via Frankfurt und Peking nach Urumqi, Hauptstadt des autonomen uigurischen Gebietes im Nordwesten Chinas. Auf-grund der Zeitverschiebung landen wir am Abend des zweiten Reisetages. Qarshi alimiz - willkommen! Beim ersten gemeinsamen Abendessen stossen wir auf die kommende Reise an.

3. Tag: Urumqi
„Schönes Weideland“ bedeutete der Name einst, wobei die Stadt heute eher funktional und modern daher kommt. Im Xinjiang Museum jedoch tauchen wir in die Zeit der Seidenstrasse ein, welche durch die Region führte. Das Haus beherbergt auch mehrere Mumien des Volks der hellhäutigen, indoeuropäischen Tocharer. Beim Spaziergang durch den immensen International Grand Bazaar thematisiert unser Fachreferent Urs Morf die aktuelle Chinapolitik der kulturellen Vereinheitlichung. Nach dem Hof der imposanten Südmoschee begeben wir uns hinauf zum Red Hill Park, um die Aussicht auf die Dreimillionen-Stadt zu geniessen.

4. Tag: Urumqi – Turpan
Heute startet unsere Reise entlang der Seidenstrasse. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug erreichen wir in knapp einer Stunde die Uigurenstadt Turpan am Rande der Flammenden Berge, 80m unter dem Meeresspiegel. Bei den Ruinen von Gaochang hören wir den heissen Wind durch die Lehmziegelmauern des ehemaligen Klosters pfeifen. Unweit davon finden wir die Ruinenstadt Jiaohe, die wie eine natürliche Festung auf einem 2km langen, steilwandigen Felsplateau zwischen zwei Flusstälern thront. Bedeutende buddhistische Wandmalereien aus dem 5. bis 9. Jh. finden wir im Tausend-Buddha-Höhlen-Komplex in Bezeklik. Beim Besuch einer uigurischen Familie erfahren wir von der hiesigen Verankerung der Weinproduktion, probieren einige Tropfen und wohnen während des traditionellen Essens einer Gesangs- und Tanzvorführung bei.

5. & 6. Tag: Turpan – Dunhuang
Der Hochgeschwindigkeitszug bringt uns weiter östlich an den äussersten Rand des alten Chinesisch-Turkestan, in die Oasenstadt Dunhuang. Schon von der Innenstadt aus sieht man die spektakulären Sanddünen. „Singender Sandberg“ lautet die wörtliche Übersetzung des Mingsha Shan, wo bei Wind ein summendes Geräusch zu hören ist. Von seiner Spitze aus – wer möchte, legt den Aufstieg auf einem Kamelrücken zurück – bietet sich eine beeindruckende Aussicht auf den berühmten Mondsichel-See, der bereits seit 2000 Jahren den Naturgewalten der Wüste Gobi standhält. Mit den Mogao-Grotten treffen wir auf eine der grössten archäologischen Entdeckungen Ostasiens, blieben hier doch – geschützt vor den heranstürmenden Mongolen – rund 50'000 buddhistische Dokumente aus dem 4. bis 11. Jh. eingemauert erhalten. Unseren Aufenthalt in der uigurisch-geprägten Ecke Chinas beenden wir mit einem Feuertopf-Dinner in einem Wüstencamp, untermalt von einer Tanzdarbietung.

7. Tag: Dunhuang – Jiayuguan
Zwischendurch auf Asphaltstrassen fahren wir Richtung Jiayuguan. Unterwegs besichtigen wir die Yulin-Grotten, auch bekannt als "Zehntausend-Buddha-Schlucht“. An unserem Tagesziel begeben wir uns auf den Jiayuguan-Pass – Namensgeber der darunter angrenzenden Stadt mit ihren hochmodernen Zügen und äusserster westlicher Punkt der Grossen Mauer – bei den Chinesen auch bekannt als „erster und grösster Pass unter dem Himmel“. Anders als die geläufigen, weltbekannten Mauerabschnitte, wurde hier mit gelbem Stampflehm gebaut, wodurch sich der Pass in die umgebende Wüstenlandschaft farblich einfügt und gleichzeitig als besterhaltene Militärgebäude entlang der Mauer gilt.

8. & 9. Tag: Jiayuguan – Zhangye
Wieder auf Schienen erreichen wir Zhangye in der Provinz Gansu, gelegen inner-halb der Hexi-Korridors, einer der bedeutendsten alten Seidenstrasse-Durchgänge des alten Chinas. Im Zhangye-Danxia-Geopark staunen wir im Binggu-Areal über die atemberaubende Szenerie mit den unüblichen Farben und den steilen Formationen ihrer Felsen. Etwas weiter treffen wir auf die Matisi-Grotten, buddhistische Höhlentempel am Westufer des Mati-Flusses. Auch bekannt als Pferdehuf-Kloster, handelt es sich hierbei um die einzigen Grotten in China, welche auf einer Höhe von 3000 m ü.M. angelegt sind. Bei vorteilhaftem Wetter beginnen wir den kommenden Tag noch einmal im Geopark – beim Aufgehen der Sonne. Im Tempel des Grossen Buddha, errichtet 1098, treffen wir auf eine knapp 35 m lange Statue des Erleuchteten. Die Entwicklungen in den Provinzen und die modernen Handelsstrassen in Chinas urbane Zentren erläutert uns indes Urs Morf.

10. & 11. Tag: Zhangye – Xining – Tongren
Stück für Stück bewegen wir uns ostwärts – per Zug erreichen wir nun aber ein Gebiet, wo der Einfluss Tibets spürbar wird. In Xining besuchen wir das Kumbum Champa Ling, ein bedeutendes tibetisch-buddhistisches Kloster aus der Ming-Dynastie. Nicht auf der alten, nunmehr geschlossenen, sondern auf der modernen Autostrasse gelangen wir nach Tongren. Der dortige Wutun-Tempel ist berühmt für seine unschätzbare Sammlung buddhistischer Relikte, unter anderem eine Haarsträhne des grossen Weisen. Eine heute noch praktizierte religiöse Technik sehen wir in einem Tangkha-Workshop, wo wir einem Mönch beim Arbeiten an einem der typischen Rollbilder des tantrischen Buddhismus' zusehen können. Zu Hause bei einer tibetischen Familie erfahren wir beim Abendessen mehr über ihren Alltag und ihre Verbundenheit zu ihren kulturellen Wurzeln.

12. & 13. Tag: Tongren – Xiahe
Wir spüren weiterhin die Präsenz des tibetischen Einflusses. Auf dem Weg nach Xiahe passieren wir das Dorf Bajiao, welches mit seinem umgebenden achteckigen Schutzwall vermutlich aus der Han-Dynastie stammt – von weitem aber sehen wir die bunten Gebetsfahnen der heute dort lebenden tibetischen Minderheit im Wind flattern. Den kommenden Morgen verbringen wir im Labrang-Kloster – 1709 gegründet, gilt es nicht nur als bedeutendste buddhistische Klosterstadt ausserhalb Tibets. Labrang hatte auch den Status einer wichtigen Handelsdrehscheibe zwischen Zentralchina, Tibet und der Seidenstrasse. Am Nachmittag erblicken wir eine andere Sehenswürdigkeit der Region: das hochgelegene Sangke-Grassland, eine weite, von Bergen umringte Flur, bekannt für dort statt-findende buddhistische Zeremonien. Im anschliessenden Tangkha-Workshop versuchen wir uns diesmal selbst in der traditionell-spirituellen Malerei.

14. & 15. Tag: Xiahe – Lanzhou
Ein Tagesausflug – die letzte Etappe per Schnellboot – bringt uns zum Bingling-Tempel. Dieser besteht aus insgesamt 183 Höhlen und Nischen, inmitten einer atemberaubenden Landschaft in einem Seitental des Gelben Flusses. Die Bingling-Grotten, über Jahrhunderte von buddhistischen Mönchen aus der nackten Felswand gehauen, gehören zu den frühesten buddhistischen Steinarbeiten in China. Danach fahren wir weiter nach Lanzhou – aufgrund ihrer strategischen Lage am südlichen Ende des Hexi-Korridors war die Stadt schon immer ein wichtiges Bindeglied an der nördlichen Seidenstrasse und später ein wichtiger Handelsposten für den Gütertransport auf dem Gelben Fluss. Im Gansu-Museum stossen wir auf das Symbol des Chinesischen Fremdenverkehrsamtes, die Statue des Seidenstrassen-Pferdes. Mit dem Fanchen Anxing Special Children Center sehen wir eine Institution, die sich Kindern mit geistigen und körperlichen Behinderungen annimmt. Wir erfahren über die gesellschaftliche Stellung behinderter Menschen im heutigen China. Am Ende des Tages überschreiten wir die Zhongshan-Brücke, 1907 als erste permanente Brücke über den Gelben Fluss erbaut.

16. Tag: Lanzhou – Tianshui
Etwas südlich der klassischen Seidenstrasse stossen wir auf die Maijishan-Grotten. Dieses UNESCO-Weltkulturerbe verblüfft – wir erkennen einen frühen Bildhauereistil, der die Werke in die Ankunftszeit des Buddhismus' aus Indien situiert. Abgesehen von den Aufgängen und Reliefs an der Felswand, befinden sich im Inneren des Maijishan-Berges Höhlentempel in 30-80 m Höhe knapp 200 Höhlen mit über 7000 Statuen sowie Wandmalereien auf einer Fläche von über 1000 m2.

17. Tag: Tianshui – Xi’an
Zum letzten Mal besteigen wir heute den Hochgeschwindigkeitszug und erreichen den ehemaligen Eckpunkt der Seidenstrasse – Xi‘an. Dass die Kulturen hier schon früher vom „Westen“ beeinflusst wurden, sehen wir beim Besuch des Moslemviertel, das seit Jahrhunderten den Lebensmittelpunkt der Hui-Minderheit darstellt. Diese stammen angeblich von arabischen Soldaten aus dem 8. Jh. ab. Über eine schmale Gasse gelangt man zur grossen Moschee, welche mit ihrem Stilmix aus arabischen und chinesischen Merkmalen einen besinnlichen Ort inmitten der sie umgebenden, hektischen Atmosphäre bildet. Im Gespräch mit dem Assistenten eines Imams erfahren wir mehr über die Koexistenz verschiedener Religionen in diesen Teilen Chinas. Die vielen Marktstände bieten auf dem Hin- und Rückweg ein kunterbuntes Allerlei an Waren und Gegenständen.

18. Tag: Xi’an
Als Abschluss unserer Reise wartet die Terrakotta-Armee des Kaisers Qin Shi Huang auf uns. In drei Gruben finden sich nach Schätzungen mehr als 8000 lebensgrosse Figuren, welche zum Schutz seines Grabes aufgestellt wurden und dazu bestimmt waren, niemals das Tageslicht zu erblicken. Auf dem Rückweg nach Xi’an erklimmen wir die grosse Wildganspagode und werden mit einem herrlichen Ausblick auf die Umgebung belohnt. Auch sehen wir uns die Stadtmauern noch genau an, die intaktesten ihrer Art in ganz China. Zum Abschied geniessen wir ein Spezialitäten-Bankett mit verschiedenen Teigtaschen und lassen die Gedanken beim Anblick der Tang Dynastie-Tanzvorführung kreisen.

19. Tag: Xi’an – Zürich
Morgens Flug mit Air China via Frankfurt und Peking zurück nach Zürich, wo wir am Abend desselben Tages ankommen.

Optionale Peking-Verlängerung
Beenden Sie die Seidenstrasse am ursprünglichen Ausgangspunkt der legendären Handelsroute.

19. Tag: Xi’an – Peking
Wir nehmen denselben Morgenflug wie der Rest der Gruppe – und führen in Peking unsere Reise noch etwas fort. Ein Muss ist die „Verbotene Stadt“, bis zur Revolution 1911 Sitz der chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing und der einfachen Bevölkerung verwehrt. Auf 720’000m2 errichtet, bestaunen wir dieses Meisterwerk chinesischer Architektur und den davor liegenden Platz des Himmlischen Friedens. Ruhiger wird es in den Hutongs, den ältesten Stadtteilen Beijings, wo früher Grossfamilien in einem Anwesen zusammen lebten. Heute werden die Bewohner in Neubauten ausserhalb der Stadt gedrängt, weil die traditionellen, eingeschossigen Gebäude im alten Zentrum teuren Baugrund belegen. Mit Rikschas fahren wir durch die engen Gassen und fühlen uns in der Zeit zurückversetzt.

20. Tag: Peking
Nach dem Frühstück brechen wir auf Richtung Nordwesten, um bei Mutianyu ein Teilstück entlang des Wahrzeichens von China schlechthin, der Grossen Mauer, zu wandern. Den Abstieg legen wir dafür modern per Gondelbahn zurück. Wieder in der Hauptstadt besuchen wir den Sommerpalast mit seiner ausläufigen Parkanlage. Alt und Jung kommen hier zusammen um zu tanzen, zu musizieren oder dem Nationalspiel Majong nachzugehen. Kontrastreich zeigen sich daneben die berühmten olympischen Stadien, Vogelnest und Water Cube. Abends geniessen wir eines der berühmtesten Gerichte der chinesischen Küche: die Peking-Ente. Traditionell wird das zarte Fleisch auf einer Art Pfannkuchen mit Frühlingszwiebeln und würziger Sauce serviert.

21. Tag: Peking – Zürich
Mittags Flug mit Air China via Frankfurt nach Zürich, wo wir am selben Abend ankommen.

Reisetermine
13. bis 31. Mai 2020
14. Oktober bis 1. November 2020

Reise-Highlights

Alter Handelsweg: Entlang der einstigen Seidenstrasse begegnen Sie Uiguren, der tibetischen Volksgruppe ausserhalb Tibets und der Hui-Minderheit.
Landschaftswechsel: Singende Dünen, rot-goldene Felsen, zwischen grünen Bergzipfeln eingebettetes Weideland und die Wucht des Gelben Flusses.
Buddhistische Höhlenwelten: Immer wieder stossen Sie auf atemberaubende Grotten, ausgeklügelte Gangsysteme und direkt aus dem Fels gehauene Kunstwerke.
Alte und neue Symbole: Terrakotta-Krieger in Xi’an, das westliche Ende der Grossen Mauer, tibetische Klosteranlagen – aber auch 1. Klasse-Fahrten auf dem Hochgeschwindigkeitsnetz.
Wüstenromantik: Besuch der singenden Dünen mit Blick auf den Mondsichel-See. Wer möchte, per Kamelrücken.
Familienbesuche: Zu Gast bei einer uigurischen und einer tibetischen Familie erhalten Sie Einblicke in deren Traditionen.

Enthaltene Leistungen

  • Internationale und nationale Flüge, Transfers und Transport, Hotelunterkünfte (Basis Doppelzimmer mit Halbpension), Eintritte
  • sämtliche Trinkgelder für lokale Leistungsträger
  • Fachvorträge und Begleitung durch Urs Morf an 8 Reisetagen
  • lokale, deutsch sprechende Reiseleiter, cotravel Reiseleitung
  • ausführliche Reisedokumentation, Audiosystem auf Rundgänge

Reiseleitung Urs Morf
Während seinen Studien in Geschichte und Sinologie entstand Urs Morfs Flair für Asien. Nach einem Stipendium an der Wuhan-Universität begann er 1989 seine journalistische Laufbahn, um drei Jahre später seine Karriere als Korrespondent, später für Radio SRF, aus China und Südostasien zu starten. Er begleitet die Gruppe an acht Tagen.

Pauschalpreise
Preis der 19-tägigen Reise
für Abonnenten: CHF 7‘950.-
für Nicht-Abonnenten: CHF 8‘150.-
(inkl. Flugtaxen von CHF 533.-, Stand August 2019)
Der Einzelzimmerzuschlag beträgt CHF 1‘200.-

Optionale 3-tägige Verlängerung Peking
im Doppelzimmer: CHF 525.-
im Einzelzimmer: CHF 745.-

Beratung und Buchung
cotravel, DER Touristik Suisse AG
Gerbergasse 26
4001 Basel
Tel. 061 308 33 00